Das Fest Sada – Sieg des Lichts über die Dunkelheit

29.01.2021 09:32

sada.jpgDas Fest „SADA“ gehört zu den ältesten Bräuchen der Ariana-Völker und stammt aus der vorislamischen Zeit. Mit dem Begehen dieses Festes wird der Sieg des Lichtes über die Finsternis, der Wärme über die Kälte, sowie des Guten über das Böse zelebriert. Es ist ein Mittwinterfest, das mit großen Feuern gefeiert wird. Mit dem Fest wird die Bedeutung des Feuers für den Menschen, aber auch wie oben erwähnt, der Sieg des Lichts über die Dunkelheit gefeiert.

Das Sada-Fest wird in der Regel am 10. Tag des Bahmanmoh (des altpersischen Kalenders) gefeiert, was dem 30. Januar des Gregorianischen Kalenders entspricht.

Die Hauptidee des Sada ist es, das Licht und Wärme zu ehren. In alten Mythen heißt es, dass die Menschen durch das Feuer die Kälte getrieben und den Frühling, die Wärme und Licht begrüßten. Mit dem Begehen dieses Fest hat man sich auf die bevorstehenden landwirtschaftlichen Arbeiten vorbereitet.

Sada ist ein Fest für alle, ob alt oder jung. Es gehörte keiner Religion an. In den historischen und literarischen Quellen sind unterschiedliche Ansichten zum Fest „Sada“ vorhanden. Den meistbekannten Volksinterpretation zufolge stammt es aus der Zahl 100 (Sad-сад).  „Sad“ bedeutet „hundert“ und steht für die 50 Tage und 50 Nächte, die bis zum Neujahrsfest noch vergehen werden.

Die Mythenforscher sind jedoch der Meinung, dass „Sada“ aus dem avestischen „Sand“ umgeleitet ist und bedeutet etwa „in Erscheinung treten, hell werden, sichtbar werden“. Das würde also etwa „das Erscheinen von Licht und Wärme“ bedeuten.

Das Fest Sada geht auf Huschang, den zweiten mythischen König der Peschdaden zurück. Abulkasim Firdausi erzählt in seinem „Schahname“ (Königsbuch) folgendes über das Sada-Fest: Huschang wirft während der Jagd einen großen Stein nach einer langen Schlange. Der Stein verfehlt und trifft auf einen Felsen und schlägt einen Funk, so dass herumliegende Blätter und Trockenheu anfangen zu brennen. Huschang und sein Volk, die bis jetzt nicht wussten, wie man Feuer macht,  haben sich über diese Erfindung sehr gefreut und empfanden es als ein Geschenk Gottes. Der König kehrte in seine Stadtresidenz zurück und als Zeichen der Dankbarkeit dem Gott gegenüber ließ diesen Tag als ein Fest zu begehen.

Der Weltherr vor dem, der die Welt erschuf,
Brachte Gebet dar und Dankes Ruf,
Daß solcher Leitung Licht er gab;
Darauf das Feuer zur Richt' er gab,
Sprechend: "Ein Gottesglanz das ist,
Den bet an, wenn du weise bist."
Nachts schürt‘ er ein Feuer bergeshoh,
Der Schah und das Volk umkreiste die Loh.
Ein Fest war die Nacht durch, getrunken ward Wein:
Sede soll der Name des Festes sein.
Sede blieb zu Hoscheng’s Angedenken;
Gott möge viel Fürsten gleich ihm uns schenken.

(F. Rückert: Firdoousi´s Königsbuch (Schahname), Sage 1-13)

Das Sada-Fest war seit der Ariana-Zeit bis zur Herrschaft der Ghaznewiden und Seldschuken, in einigen Regionen sogar bis zur mongolischen Invasion beliebt. Wie Nauruz und Mehrgonfeste wurde es offiziell im Höf des Königs, auch von den einfachen Menschen in den Familien gefeiert. Später in den XII. und XIII. Jahrhunderten wurde unter dem Einfluss fanatischer Geistlicher eine Begehung des Sada-Festes offiziell durch die Herscher verboten. Es hat sich im Hintergrund positioniert und zu einem Volksfest (massenhafter Spaziergang) bis zu unserer Zeit bewahrt.

Eine Darstellung und Durchführung des Sada-Festes findet sich in den historischen und Kunsthandwerken (insbesondere in den Qasidas) aus den Zeiten der Samaniden und Ghaznevidendynastie.

Auf Initiative des Präsidenten der Republik Tadschikistan Emomali Rahmon wird das Sada-Fest am 30. Januar jedes Jahres gefeiert. Tadschikistan ist das einzige Land, in dem an bestimmten Tagen Sada und Mehrgon offiziell gefeiert werden.

Galerie

Kalender

  • business-portal_thumb.jpg