Ansprache des Leader der Nation, des Präsidenten der Republik Tadschikistan Emomali Rahmon, vor den Mitgliedern der Streitkräfte und der Sicherheitsbehörde Tadschikistans

24.07.2021 11:42

Duschanbe, den 22.07.2021

Verehrte Generäle, Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten!

2021-07-22omodaboshi-s.jpg In diesen Tagen bereitet sich das tadschikische Volk auf den großen Feiertag - den 30. Jahrestag der staatlichen Unabhängigkeit der Republik Tadschikistan vor.

Zu diesem bevorstehenden historischen Datum möchte ich euch, liebe Offiziere und Soldaten des Vaterlandes, sowie dem gesamten Personal der Streitkräfte und der Sicherheitsorgane des souveränen Tadschikistans herzlich gratulieren.

Erfreulich ist, dass alle Bewohner unseres Heimatlandes sich gemeinsam für die nachhaltige Entwicklung und Wohlstand des Landes einsetzen.

Die dreißigjährige Geschichte der Unabhängigkeit unserer Heimat hat nachweislich gezeigt, dass die Tadschiken, historisch gesehen, ein schöpfendes zivilisiertes, kultiviertes und friedliebendes Volk sind, welches durch ihre Eigenschaften aus dem Strudel des aufgezwungenen Bürgerkriegs der 90er Jahre herausgekommen ist.

Angesichts der schweren Lage sowohl in der Region als auch in der Welt sind die Stärkung und Entwicklung solcher ausgezeichneten Eigenschaften unseres Volkes, der Schutz der Sicherheit des tadschikischen Volkes und Staates sowie ein friedliches und stabiles politisches und soziales Umfeld von größter und schicksalhafter Bedeutung für unsere Staatlichkeit.

Gleichzeitig möchte ich betonen und daran erinnern, dass unser Volk niemals Gewalt und Unterdrückung anderer befürwortet, und wir werden jede Gelegenheit nutzen, um unsere Heimat, Unabhängigkeit, Freiheit, Frieden und Stabilität der Gesellschaft zu verteidigen.

In einer sehr komplexen und höchst unbeständigen Situation in der Region und in der Welt stehen wir heute vor sehr wichtigen sicherheitsbezogenen Herausforderungen, einschließlich Terrorismus, Extremismus, Waffenschmuggel, Drogenhandel und andere transnationale organisierte Verbrechen.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal betonen, dass die Situation im Nachbarland, der Islamischen Republik Afghanistan, insbesondere in den nördlichen Regionen, die an unser Land grenzen, nach wie vor äußerst kompliziert und ungewiss ist, wobei die Situation von Tag zu Tag und sogar von Stunde zu Stunde komplizierter wird.

Eine solch schwierige Situation ist in den 43 Jahren andauernder innerer Unruhen in Afghanistan tritt zum ersten Mal aufgetreten.

Die Menschen in Afghanistan, die eine uralte Geschichte, Zivilisation und Kultur haben, sind nicht verantwortlich für solche tragischen Ereignisse.

Diese zerstörerischen Prozesse sind das Ergebnis fremder Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Nachbarlandes, die schon seit mehr als vier Jahrzehnten andauert.

Das Volk Tadschikistans erlebte eine solche Tragödie, nämlich die ausländische Einmischung, die in den frühen 1990er Jahren zu einem aufgezwungenen Bürgerkrieg führte, und ist immer noch dabei, die schwerwiegenden Folgen zu beseitigen.

Infolge des Krieges starben mehr als 150 Tausend unserer Bürger und 50 Tausend Kinder verloren ihre Eltern.

Angesichts dieser bitteren historischen Erfahrung werden wir uns niemals in die inneren Angelegenheiten unserer Nachbarn einmischen.

Außerdem erklären wir in aller Deutlichkeit, dass wir unsere Streitkräfte nicht gegen Nachbarländer einsetzen werden.

Im Gegenteil, wir haben uns immer für Frieden und Stabilität in den Nachbarländern eingesetzt, damit wir in einer Atmosphäre der Ruhe, Stabilität, Freundschaft und Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn leben können.

Die Islamische Republik Afghanistan ist unser unmittelbarer Nachbar, ein befreundetes Land mit einer gemeinsamen Sprache, Religion und Kultur. Deshalb ist uns das Schicksal seiner Menschen nicht gleichgültig.

Aus diesem Grund habe ich das Thema Afghanistan dutzende Male auf den Bühnen der angesehensten internationalen und regionalen Organisationen angesprochen.

Ich möchte noch einmal betonen, dass es für den Afghanistan-Konflikt keine militärische Lösung gibt; die Probleme dieses Landes können nur friedlich gelöst werden.

Das Volk Afghanistans mit seiner jahrhundertealten Geschichte und seinen kulturellen Werten, dessen Land als eines der Zentren der menschlichen Zivilisation anerkannt ist, das Volk, das der Menschheit Hunderte von großen Persönlichkeiten geschenkt hat, sollte sein gegenwärtiges und zukünftiges Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Die Methoden der Regierungsführung und die Struktur der Staatlichkeit in allen souveränen Ländern, einschließlich Afghanistan, sollte nur durch den Willen der Mehrheit des Volkes und den Willen seiner Bürger bestimmt und festgelegt werden.

Doch leider ist eine so zivilisierte Nation mit Hunderttausenden von renommierten Gelehrten, Dichtern, Schriftstellern und erfahrenen Politikern in den letzten Jahrzehnten den geopolitischen Machtspielen zum Opfer gefallen.

Deshalb ist es an der Zeit, dass sich die Politiker, die Führer aller politischen Parteien und Bewegungen, die Intellektuellen, die Meinungsführer und alle Menschen dieses Landes vereinen und ihr Mutterland, ihren Staat und ihre Nation vor Instabilität und Zerfall bewahren.

Außerdem ist es eine hoffnungslose und gefährliche Angelegenheit, das Volk in Intrigen und Konflikte zu verwickeln, nur um mehr Macht zu erlangen.

Ich sage diese Worte auf der Grundlage der bitteren Erfahrung des tadschikischen Volkes in den 1990er Jahren, als eine der Hauptursachen für den Bürgerkrieg in unserem Land gerade das Streben nach mehr Macht und Gewalt war.

In dieser tragischen Zeit wären die Tadschiken beinahe von der politischen Weltkarte verschwunden, und die tadschikische Nation hätte sich fast aufgelöst.

Über eine Million unserer Mitbürger flohen aus Angst um ihr Leben in andere Länder, darunter Hunderttausende, die zu Flüchtlingen im benachbarten, befreundeten Afghanistan wurden.

Ebenso sind Millionen von Afghanen seit Jahren ihrer Heimat beraubt und leben in Dutzenden von Ländern auf der ganzen Welt, weit weg von ihrer ursprünglichen Heimat und dem eigenen Zuhause.

Wie lange werden die Menschen in Afghanistan, darunter unschuldige Kinder, Frauen und Älteste mit einer so glorreichen Geschichte und Kultur, hingerichtet, ihrer Häuser und ihres Eigentums beraubt, wie lange wird den Menschen ihr Recht verweigert, ihr natürliches Recht auf ein Leben in Frieden und Sicherheit zu genießen?

Die Menschen auf der ganzen Welt, auch in Afghanistan, haben das moralische Recht, in Frieden und Ruhe zu leben und einen angemessenen Lebensstandard zu haben, doch dieses Recht wird ihnen nun schon seit über vierzig Jahren vorenthalten.

Die Welt befindet sich im neuen Jahrtausend, einer Zeit, in der sich Wissenschaft und Technik mit kosmischer Geschwindigkeit entwickeln.

In einer solchen Epoche, wenn man die Entwicklung des Staates und den Wohlstand des Landes gewährleisten möchte, ist es notwendig, Fach- und Führungskräfte einer neuen Generation auszubilden. Man braucht Erfinder und Innovatoren, Ingenieure und Architekten, Ärzte und Lehrer, Fachkräften in Hunderten von anderen Bereichen, denn nur Spezialisten und Fachkräfte der neuen Generation können den Fortschritt des Staates, den Wohlstand des Vaterlandes und das Wohlergehen der Gesellschaft ermöglichen.

Während die entwickelten Länder täglich neue Entdeckungen und Erfindungen machen, bis wann werden unsere Länder von ihnen abhängig sein? Warum nutzen wir unsere Ressourcen nicht für die Entwicklung von Wissenschaft, Bildung, Technologie, Alphabetisierung der Nation, Entwicklung des Staates, Ausbildung von Personal und Wohlstand des Landes?

Ich sage dies als Staatsoberhaupt, dessen Bürger Not, Leid und Schrecken eines von fremden Interessen aufgezwungenen Bürgerkriegs erlebt haben und seit über zwei Jahrzehnten daran arbeiten, sich von diesem Krieg zu erholen.

Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als Tadschikistan von einem Bürgerkrieg heimgesucht wurde, schufen der damalige Präsident Afghanistans, der verstorbene Professor Burhanuddin Rabbani, und der verstorbene afghanische Nationalheld Ahmad Shah Mas'ood im August 1993 in Kabul günstige Möglichkeiten für die Durchführung der Friedensverhandlungen. Im Dezember 1996 leisteten sie bereits zum zweiten Mal ähnliche brüderliche Unterstützung im Bezirk Chosdeh der Provinz Tahar.

Sie fungierten als Friedensvermittler in Tadschikistan, was zu einem Wendepunkt in unserem Verhandlungsprozess führte und das Schicksal des tadschikischen Friedens weitgehend entschied.

Mit anderen Worten: Herausragende Persönlichkeiten Afghanistans haben ihre Pflichten, ihre Mission der Brüderlichkeit und guten Nachbarschaft auf hohem Niveau erfüllt, und wir werden ihre guten Taten immer zu schätzen wissen.

Gleichzeitig möchte ich einen Punkt betonen, dass die Politiker, die maßgeblichen und sehr erfahrenen Persönlichkeiten dieses jahrhundertealten Landes, dieser zivilisierten Nation, ernsthaft den Friedensprozess einleiten, der ausländischen Einmischung ein Ende setzen und ihr Volk vor Leid und Qualen bewahren sollten.

In einer meiner Reden habe ich gesagt, dass Krieg Terror, die Hinrichtung unschuldiger Menschen, Armut, Verelendung, wirtschaftlicher Zusammenbruch und die Zerstörung von Rechtsstaatlichkeit und Staatlichkeit bedeutet.

Ich bin zuversichtlich, dass diese schwierigen Tage des afghanischen Volkes nicht ewig andauern werden, und ich bringe meine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich in Afghanistan endlich die Vernunft durchsetzt, Frieden und Stabilität in diesem Nachbarland wiederhergestellt werden und wir die Beziehungen zu diesem befreundeten Land in jeder Hinsicht stärken und ausbauen werden.

Seit dreißig Jahren leistet Tadschikistan uneigennützige Hilfe und bemüht sich um die Wiederherstellung von Frieden, wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt in Afghanistan und wird dies auch weiterhin tun.

Angesichts der instabilen Lage in der Region wiederhole ich noch mal vor dem tadschikischen Volk, dass wir bereit sein müssen, den Frieden und die Stabilität zu sichern, welche wir um einen hohen Preis erlangt haben. Wir haben die politische Stabilität, die nationale Einheit und die Sicherheit unseres Staates und unseres Volkes zu verteidigen, da der Schutz der Staatssicherheit und der Schutz der öffentlichen Ordnung unsere wichtigste und höchste Priorität ist. Wir werden dies um jeden Preis tun.

Die Streitkräfte, d.h. alle militärischen Einheiten und Untereinheiten sowie die Ordnungskräfte des Landes müssen ein Höchstmaß an Kampfbereitschaft zur Verhinderung und Bekämpfung realer und potenzieller Bedrohungen sicherstellen und zusätzliche dringende und entscheidende Maßnahmen in dieser Richtung ergreifen.

Unsere primäre Aufgabe in der aktuell schwierigen Situation ist es, in erster Linie einen zuverlässigen Schutz der Staatsgrenze zu gewährleisten und alle Kapazitäten in diese Richtung zu mobilisieren.

Wir sind fest davon überzeugt, dass unsere Grenzschutztruppen, d.h. unsere tapferen und mutigen Grenzschützer, weiterhin stolz ihre heilige Pflicht erfüllen werden, die Grenzen unseres Landes zuverlässig zu bewachen.

Heute Morgen wurden auf Erlass des Präsidenten der Republik Tadschikistan - Oberbefehlshabers der Streitkräfte des Landes zum ersten Mal in der Geschichte des unabhängigen Tadschikistans 100.000 Soldaten der Streitkräfte und der Organe der Strafverfolgung und insgesamt 130.000 Offiziere und Soldaten der Reservekräfte in Alarmbereitschaft versetzt und an Einsatzorten gesammelt, ihre Alarmbereitschaft geprüft. 20.000 Offiziere und Soldaten der Mobilisierungsressourcen wurden in die mit Afghanistan angrenzenden Regionen Tadschikistans entsendet.

Ich möchte mit Befriedigung feststellen, dass die besagte Veranstaltung auf einem hohen Niveau stattgefunden hat

In diesem Zusammenhang spreche ich der Führung und den Soldaten der Streitkräfte, den Sicherheitsbehörden und insbesondere dem Personal der Mobilisierungsreserve meine Anerkennung aus.

Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass noch mehr Arbeit erforderlich sein wird, um das Niveau der Professionalität und der Kampfbereitschaft zu erhöhen.

In der gegenwärtigen Situation besteht die wichtigste Aufgabe der Streitkräfte darin, dass sie immer wachsam und loyal gegenüber dem Vaterland, dem Staat und dem Volk sein müssen, eiserne Disziplin, starken Geist, festen Willen und Entschlossenheit haben.

Vergessen Sie nie, dass sie mit Hingabe, Mut und Tapferkeit dienen müssen, was sicherlich vom Staat, der Regierung und dem Volk von Tadschikistan anerkannt werden wird.

Unsere Streitkräfte, d.h. die tapferen Söhne des tadschikischen Volkes, haben in den dreißig Jahren der Unabhängigkeit mehr als einmal tapfer und stolz ihre Aufgaben und ihre Treuepflicht gegenüber dem Heimatland, dem Staat und dem tadschikischen Volk erfüllt.

Die Gewährleistung der Sicherheit des Staates und der Gesellschaft, die Liebe zum Vaterland, die tapfere und mutige Verteidigung desselben, die Verehrung der Heimat und der nationalen heiligen Stätten ist eine Frage der Ehre und der Pflicht eines jeden Offiziers und Soldaten, aller Mitglieder der Streitkräfte, aller Mitglieder der Ordnungskräfte des Landes und jedes würdigen Mitglieds der Gesellschaft!

Nur eine solche Einstellung, nämlich die Treue zum Vaterland, wird uns vor allen Gefahren schützen.

In diesem Zusammenhang appelliere ich noch einmal an alle Leiter der militärischen Strukturen, der Ordnungskräfte, an die mutigen Offiziere und Soldaten: Seien Sie stets wachsam beim Schutz der Unabhängigkeit des Vaterlandes, bei der Gewährleistung der Sicherheit des Landes und seiner Grenzen und halten Sie die Interessen des Vaterlandes unter den gegenwärtigen sehr schwierigen Umständen aufrecht.

Ich möchte auch jeden einzelnen von Ihnen, tapfere Offiziere und Soldaten, ansprechen, jederzeit und in allen schwierigen Situationen einander beizustehen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Die umfassende Unterstützung der militärischen Strukturen und der Strafverfolgungsorgane, die Gewährleistung der staatlichen und öffentlichen Sicherheit, der zuverlässige Schutz der Staatsgrenze und damit die Herstellung einer engen Zusammenarbeit mit ihnen ist die Aufgabe jeder staatlichen Struktur und jedes handlungsfähigen Menschen im Lande.

Ich möchte noch einmal betonen, dass zur Erfüllung dieser Aufgaben jeder von Ihnen alle seine Fähigkeiten, Kräfte und Fertigkeiten mobilisieren muss, um die tapferen Offiziere und Soldaten unseres Vaterlandes und die Sicherheitsorgane im Geiste der Treue zum Eid, des Mutes, des Patriotismus und des Humanismus auszubilden, die Grenzen unseres souveränen Staates zuverlässig zu bewachen, die nationalen Werte unserer ruhmvollen friedlichen und zivilisierten Nation zu schützen.

In diesem Prozess ist die Erhöhung des Professionalismus und ihrer Kampfausbildung eine vorrangige Aufgabe.

Ich bin der Überzeugung, dass in dieser Welt voller harter globaler Konkurrenz alle Führer, Militärs und Ordnungskräfte unseres Landes immer bereit sind, mit ihrem festen Willen und unerschütterlichen Geist die nationale Sicherheit, Stabilität und den Frieden in der Gesellschaft zu gewährleisten.

Sie und ich sollten stolz darauf sein, dass wir nach eintausend Jahren unsere eigene Heimat und einen souveränen Staat erlangt haben.

Heute ist das souveräne Tadschikistan Mitglied aller internationalen Organisationen und hat eine Stimme auf Augenhöhe mit allen Ländern der Welt.

Heute erkennt die Weltgemeinschaft unser Heimatland Tadschikistan nicht nur an, sondern unterstützt auch seine Vorschläge und Initiativen zur Lösung globaler und regionaler Probleme und unternimmt konkrete Schritte zu deren Umsetzung.

Wir sollten für diese freie Heimat und diesen souveränen Staat dankbar sein und die großen Segnungen des Patriotismus und der Staatlichkeit wie unseren Augapfel hüten.

Ich gratuliere den gesamten Streitkräften Tadschikistans und Ihnen allen, den tapferen Offizieren und Soldaten des Vaterlandes, herzlich zum großen Feiertag - dem dreißigsten Jahrestag der Unabhängigkeit.

Vor allem wünsche ich Ihnen Gesundheit und Erfolg bei der Erfüllung Ihrer heiligen Pflicht, Ihrer tapferen Mission und Ihrer wichtigen und verantwortungsvollen Aufgaben.

Seid immer gesund und erfolgreich, ehrwürdige Söhne des Vaterlandes und mutige Verteidiger des unabhängigen Tadschikistans!

Galerie

Kalender

  • business-portal_thumb.jpg